Staatsanwaltschaft Basel mit Überhang von mehreren tausend Fällen? Was?

Der nachfolgende Artikel zum Thema Strafrecht hat mich doch erstaunt:

https://www.bzbasel.ch/basel/basel-stadt/erster-basler-staatsanwalt-haertere-strafen-fuehren-nicht-zu-besserem-verhalten-132756870

Der Titel des Artikels bezieht sich auf ein anderes Thema. Aber die Bombe platzt schon anlässlich der ersten Frage:

Staatsanwalt Fabbri wird gefragt: Es sind über 6700 Strafverfahren bei der Kriminalpolizei hängig. Wie ist das einzuordnen?

Alberto Fabbri: Es bedeutet, dass wir diese Verfahren nicht in der gebotenen Geschwindigkeit behandeln können. Dazu kommen noch weitere Pendenzen aus den anderen Abteilungen, wie in der Allgemeinen Abteilung und insbesondere in der Abteilung Wirtschaftsdelikte.

Ich persönlich bin ob diesen Zahlen erschrocken. Im Verlauf des weiteren Interviews darf dann Staatsanwalt Fabbri anmerken, dass dies nicht von heute auf morgen passiert sei, dass es mit der neuen Strafprozessordnung zu tun habe, die so kompliziert sei und dass der Mitarbeiterbestand gleich geblieben sei. Schliesslich darf er auch noch ausführen, dass deshalb streng priorisiert werde. Es würden viele Verfahren im Bagatellbereich unbearbeitet bleiben. Zu diesem Bereich der mittleren Kriminalität gehörten etwa Diebstähle in tiefen Vermögensbereichen, Drohungen, Tätlichkeiten, einfache Körperverletzungen, Beschimpfungen oder der häuslichen Gewalt.

Für mich bleibt zu hoffen, dass dies in anderen Kantonen nicht auch so gravierend ist.

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